HSPA+ Drei

Im Mai dieses Jahres feierte das österreichische Mobilfunkunternehmen "Drei" seinen sechsten Geburtstag. Drei-Geschäftsführer Berthold Thomas nutzte die Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und gleichzeitig einen Ausblick zu wagen. Danach deckt "Drei" 94 Prozent der Fläche von Österreich mit mobilem Breitband-Internet ab. Der Mobilfunkanbieter ist damit ein ernster Konkurrent von A1, während die Mitbewerber T-Mobile und Orange bereits in die Schranken verwiesen worden sind. Berthold Thomas wies anlässlich des Geburtstages auch darauf hin, dass bereits im ganzen "Drei"-Netz der Download-Beschleuniger HSDPA (abgekürzt für High Speed Downlink Packet Access) verfügbar ist. Nun würden die nächsten Ziele angepeilt: Das sei zum einen das mobile Fernsehen und zum anderen, den nächsten superschnellen Datenübertragungsstandard HSPA+ drei im gesamten Netz zur Verfügung zu stellen. HSPA+ oder auch HSPA plus ist der nächste Meilenstein in der Weiterentwicklung des UMTS-Standards. HSPA + steht für superschnelles High Speed Packet Access, das neben dem bereits erwähnten HSDPA auch HSUPA (steht für High Speed Uplink Packet Access) bietet. Damit werden große Datenmengen von mobilen Endgeräten wie Handy oder Notebook als Anhang von E-Mails gesendet. Mit der angestrebten maximalen Geschwindigkeit von 28 MBits pro Sekunde werden dann selbst große Powerpoint-Präsentationen in unter einer Minute gesendet. Damit ist die Geschwindigkeit der Datenübertragung deutlich schneller als bei einem DSL-Anschluss. Thomas' Geburtstagswunsch war es, mit diesem Schritt noch mehr Kunden zum Wechsel vom klassischen Festnetzanschluss hin zum Mobilfunk zu bewegen. HSPA+ ist jedoch nicht ausschließlich für Geschwindigkeit, sondern auch für Zuverlässigkeit und Sicherheit konzipiert. Beim Senden und Empfangen von Daten verkürzen sich mit diesem Standard zum Beispiel die Latenzzeiten. Gleichzeitig brechen deutlich weniger Verbindungen zusammen. Wenn Videos gesendet werden sollen - zum Beispiel spontan gefilmte Handy-Videos für Internet-Plattformen wie YouTube - kommt es mit HSPA plus auch weniger häufig zu Verwacklungen oder Bildausfällen. Während die Kosten für HSPA+ erfreulich gering ausfallen dürften - Hintergrund ist die Tatsache, dass für diesen Standard das bereits vorhandene UMTS-Netz genutzt werden kann - müssen sich die Nutzer darauf einstellen, dass sie neue Hardware brauchen werden. Das dürfte sowohl für Handys und Laptops als auch für Modems und Breitband-Sticks gelten.